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Nazigedenken demontieren

Nachdem der Naziaufmarsch am 15.11.2008, den die Stadt München ursprünglich nicht genehmigte, vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in letzter Minute unbegreiflicherweise doch noch erlaubt wurde, versammelten sich rund 600 Gegendemonstranten unter dem Motto „Nazigedenken demontieren!“ zu einer Kundgebung auf dem Münchner Marienplatz, um ein Zeichen gegen rechtsradikales Gedankengut zu setzen.

Die Kundgebung verlief friedlich, doch den ersten Zwischenfall gab es gleich danach, als ca. 150 Gegendemonstranten in der Rosenstraße von Beamten aus Münster – die Münchner Polizei hatte offensichtlich auch einen bundesweiten Versammlungsaufruf gestartet – „eingekesselt“ wurden, da sie als gewaltbereit und somit gefährlich angesehen wurden. Einige der betroffenen Demonstranten vermochten jedoch nicht unbedingt durch ein furchterregendes Erscheinungsbild oder Drohgebärden zu überzeugen:

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Was mir aber noch jemand bei Gelegenheit erklären muss, ist die Tatsache, warum weiterhin Personen ungehindert in diesen Kessel hineingehen konnten, wenn keiner mehr hinaus durfte. So erging es beispielsweise einem Jugendlichen,  der offensichtlich aus Unkenntnis der Lage an einer Polizistin vorbei in den Kessel ging. Als der Junge aber nach großzügig geschätzten 10 Sekunden – mittlerweile hatte er wohl registriert, wo er sich befand – wieder heraus wollte, wurde er von der besagten Polizistin daran gehindert. Vielleicht hat ihm in seiner Kindheit auch nur Helmi die „Augen auf, Ohren auf“-Sache nicht ausführlich genug erklärt.

Dass die Antifa-Aufrufe auch für das Erscheinen mitunter merkwürdiger Lebensformen sorgen, durfte ich feststellen, als mich am Rand des Kessels drei Menschen – zumindest erinnerten sie mich an solche – auf seltsame Art und Weise „ansprachen“. Nur wundere ich mich immer noch, ob sie keine Zunge oder kein Gehirn hatten. Möglicherweise fehlt ihnen sogar beides. Als jedenfalls auch nach dreimaligem Nachfragen immer noch kein Sinn in ihren Lauten erkennbar war, zogen die Kreaturen endlich weiter. Aber selbst solche Gestalten sind immer noch besser als jeder Nazi.

Ein weiteres Erlebnis der sonderbaren Art konnte ich an der Kreuzung Sonnenstraße/Schwanthalerstraße bezeugen. Dort nutzte eine Gruppe der Gegendemonstranten die Gunst der Stunde und bildete eine Sitzblockade, um so die Nazis aufzuhalten, was ihnen letztlich auch ca. eine Stunde lang gelang. Ich begab mich also zügig in Richtung der sich gerade formenden Sitzblockade und sah eine Jugendliche ungefähr einen Meter vor mir ebenfalls dorthin laufen. Als sich das Mädchen aber im nächsten Moment einen Meter hinter mit befand, bemerkte ich erst den Polizisten – geschätzte drei Meter groß und zwei Meter breit. Das Geräusch, mit dem sie auf dem Boden aufschlug, war erschreckend. So muss sich der „Hit heard ‚round the World“ angehört haben, als Mike Stratton die Rippen von Keith Lincoln bearbeitete. Das Wort „Unverhältnismäßigkeit“ ist in diesem Fall eine beleidigende Verharmlosung. Daher nahm ich Abstand von dem Gedanken, mich der Sitzblockade weiter zu nähern. Nun, vielleicht auch deswegen, weil mich diese dort patroullierende Polizistin an jemanden erinnerte:

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Zu guter Letzt noch ein Zitat von Albert Einstein:

„Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“

Mit ihrem Marsch durch München haben die rund 200 Rechtsradikalen diese Aussage wieder einmal voll bestätigt.

Join the Dark Side

Da könnte man doch glatt in Versuchung geraten …

Oder auch nicht:

Und ob er sich für Hello Kitty interessiert, darf auch bezweifelt werden:

So, das wars jetzt auch mit Star Wars für die nächste Zeit. Und nicht vergessen: Han shot first!

Only Fools and Horses

Der Urlaub ist vorbei. Leider. Und was hat die Überschrift und das Bild damit zu tun? Tja, das ist das Rätsel.

Gesangseinlage

Corey Vidal mit „Star Wars – an a capella tribute to John Williams“. Und wer ist eigentlich dieser John Williams, dass man ihm zu Ehren ein Ständchen singt? Ein Komponist. Star Wars, Indiana Jones, Superman, 5 Oscars – mehr muss man nicht sagen. Hervorragend gemacht und wunderbar für den Einstieg in die Arbeitswoche geeignet.

Hier ist noch der Text des Liedes.

Nein, ausnahmsweise waren es mal nicht die Schweizer. Andrew Keen, selbsternannter führender Internetkritiker, sieht im Web 2.0 das Werkzeug zur Verdummung der Massen. Teufelswerk!

Seiner Meinung nach sorgen Blogs, Wikis, all die Videoclipseiten und sogar Amateurpornos nicht nur dafür, dass jeder dahergelaufene Depp Dilettant seinen unqualifizierten Senf seinen möglicherweise nicht qualifizierten Content zu jedem x-beliebigen Thema ungefiltert abgeben darf (so wie ich gerade) und damit vielleicht seine Unwissenheit auf andere (das seid vielleicht ihr) überträgt, sondern auch dafür, dass „bewährte Experten“ auf der Straße landen und gemeinsam mit den unzähligen durch die Finanzkrise hervorgebrachten Rezessionsvegetariern Hunger leiden müssen.

In seinen Aussagen kann man unter anderem den Wunsch nach Regulierung erkennen, aber wie diese Peer-Reviews aussehen könnten und wer die oberste moralische Kontrollinstanz sein sollte, darauf geht er nicht ein. Warum auch, denn wie soll das bei  zig Millionen Blogs überhaupt möglich sein? Vielleicht gemäß der chinesichen Methode?

Aber Keen ist nicht der Erste, der die Qualität von Blogs kritisiert. Bereits im Jahr 2005 stellte Michael Gorman – damals Vorsitzender der Americal Library Association – ebenfalls fest, dass Blogs von nur minderer Qualität sein können, weil u. a. vor Veröffentlichung von Artikeln eben keine Prüfung durch qualifizierte Redakteure vorgenommen wird. Auch im Buch „Generation Doof“ von Anne Weiss  und Stefan Bonner ist beim Thema Blogs die Rede von der „ungefilterten und langweiligen Dummheit der Masse“.

Welchen Anspruch ein Blogger überhaupt verfolgt und welche Zielgruppe erreicht werden soll, das scheint  nebensächlich zu sein, Hauptsache der Inhalt ist qualitativ hochwertig.

Falls man dann auf einem dieser „unschönen“ bzw. inhaltlich anspruchslosen Blogs landet, wer hindert einen eigentlich daran, das Gleiche wie beim Fernsehen zu tun und einfach um- oder auszuschalten? Oder ist die ganze Diskussion nicht sowieso überflüssig, weil uns das Fernsehen schon längst verblödet hat?

Natürlich gibt es auch Blogs, die falsche Informationen verbreiten, vielleicht auch in böswilliger Absicht. Letztendlich spricht Keen uns aber die Fähigkeit ab, richtige von unrichtigen Informationen unterscheiden zu können. Und dass Peer-Review sowie Expertenwissen auch keine Fehler verhindern, kann man beispielsweise anhand der Fehler in der Encyclopædia Britannica erkennen.

Ich empfehle bei Gelegenheit einmal einen Blick in das Buch „Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung“ von David Weinberger zu werfen. Dort ist die inhaltliche Qualität im Web 2.0 auch ein Thema. Weinberger vertritt hierzu jedoch eine andere Meinung als Keen: Information  kann ruhig ungefiltert sein, denn eben die Menge an ungefilterten Informationen im Web ermöglicht es jedem Einzelnen, sich  zu einem Thema ein Gesamtbild zu machen und somit diese Informationen zu Wissen zu  bündeln.

Wie schon Marcel Reich-Ranicki erst kürzlich mit seiner Aktion zum Thema Qualität im Fernsehen nichts erreicht hat, wird auch das Geschrei von Andrew Keen bald vergessen sein.

Heiteres zum Wochenende

Frau Ami wollte ja eigentlich schon Anfang der Woche alle mies gelaunten  und verzweifelten Mitbürger aufheitern. Wer das nicht mitbekommen hat und zudem vielleicht noch eine Horrorwoche an der Börse erleben durfte, kann seine Laune ja jetzt – rechtzeitig zum Wochenende – durch diesen Witz erheblich verbessern:

Göttlich! Wer jedoch darüber nicht lachen kann, der ist doof und mir höchst unsympathisch. Genau.

Nachtrag:

Für alle, die jetzt immer noch schlecht gelaunt sind, hier ein Video, wie Herrn Bushs letzter Tag im Amt des mächtigsten Komikers der Welt aussehen könnte:

Das schlimme daran ist, dass vieles davon gar nicht so abwegig erscheint.😉

Hip Hip Hurra, WPA ist bald nicht mehr da. Nun, so toll wie sich das reimt ist das leider überhaupt nicht, denn wessen Geräte WPA2 nicht unterstützen, kann schon mal das Sparschwein schlachten und neue Komponenten kaufen, vorausgesetzt, der Artikel bei Heise bewahrheitet sich. Wie golem.de berichtet, ist es einem Angreifer zwar letztendlich nicht möglich, den WPA-Schlüssel zu erhalten und zudem sei es sehr zeitaufwändig, den Datenverkehr mitzulesen, aber ein Risiko wird wohl kaum jemand freiwillig eingehen wollen. Auch wenn sensible Daten eigentlich immer über eine sichere Verbindung (z. B. SSL) gehen sollten.😉

Also für mich heißt das schon mal ca. 60 EUR für einen neuen WLAN-DSL-Router einzuplanen. Phantastisch!

Meine Fresse, bin ich gut gelaunt.

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